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Esther Burger 
DAS GLEICHE IST NICHT DASSELBE

3. 11. – 15. 12. 2013

Glasklar und doch unklar… so treten die Werke von Esther Burger dem Besucher im Veerhoffhaus gegenüber. Alles läuft scheinbar auf das Eine hinaus. Die für die Künstlerin so typische von durchsichtigen Streifen aus Silikon und Acryl verdeckte Bildoberfläche ist allen Exponaten gemein und man fragt sich beim ersten Hinsehen: Ist das nicht alles das Gleiche?


Esther Burgers Bilder verführen den Betrachter jedoch zum genauen Hinsehen, verlangen ihm Geduld ab in einer schnelllebigen Zeit. Je nach Standpunkt oder Entfernung ändern sie ihre Wirkung, geben Neues preis und erscheinen in einem anderen Licht. Die Bilder erzählen Geschichten aus vielen Bereichen, sei es Politisches, Persönliches oder Formales. Unter der Oberfläche scheinen Wörter, Figuren und Teile aus der Natur hindurch. Im Kopf des Betrachters setzen sie sich zu immer neuen Geschichten zusammen.


Gleichzeitig werden diese Geschichten unter den glasklaren Streifen aber auch haltbar gemacht durch die einzigartige Technik, in der Esther Burger seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeitet. Dies zeigt einen anderen Gedankenansatz der Künstlerin, die in Amsterdam, Gütersloh und Palermo lebt und arbeitet: „Konservieren ist eine Art des Zeigens“, sagt sie und spiegelt somit eines der Hauptanliegen von Kunst schlechthin. Unter der durchsichtigen Oberfläche werden Geschichten erzählt und gleichzeitig verwahrt.


Die abverlangte Geduld wird schließlich belohnt. Ein ganzer Kosmos an Ideen breitet sich vor dem Betrachter aus, der bereit ist, sich auf das Kunstwerk einzulassen. Und deshalb ist das vermeintlich Gleiche bei Esther Burger auch nicht dasselbe. Ihre Bilder erzählen hunderte von Geschichten, kratzen an der Oberfläche, spielen mit Lichtbrechungen und Lupeneffekten und lassen ahnen, dass hinter dieser Oberfläche das Eigentliche verborgen ist. Eine gelungene Metapher dafür, dass sich ein Blick hinter die Fassade unserer schnelllebigen Zeit durchaus lohnt, dass hier vielleicht alles erst richtig losgeht…

Sabine Marzinkewitsch M.A.

 

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