2009 – Reinhold Engberding

 

Reinhold Engberding 
B wurde bang ums Herz*

Objekte,Installationen, Zeichnungen

26. März bis 3. Mai 2009

Seltsam wesenhafte Gebilde tanzen nach einer unbekannten Choreografie. An der Wand hängende textile Plastiken mit aufgestickten Statements entpuppen sich als Hosenpaare.

Getragene Kleidungsstücke, gewendet, verdreht, verschnürt, vernäht; alltägliche Gebrauchsstücke sind das Ausgangsmaterial für Reinhold Engberdings plastische Arbeiten und Installationen. 
Der Gegenstand wird dem künstlerischen Impuls folgend verwandelt und bleibt dennoch in seiner ursprünglichen Materialität bestehen. Er wird zum künstlerischen Objekt verarbeitet, ist aber als ehemaliger Gebrauchsgegenstand weiterhin erkennbar.

Die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Erscheinungsformen und die damit verbundene Mehrdeutigkeit sind es, die den Künstler interessieren. Gleiches gilt für im Internet gefundene Fotos, die er zunächst elektronisch bearbeitet, um sich ihnen dann im zeichnerischen Prozess wieder anzunähern.

„Es ist“, schreibt Roland Scotti im Katalog OUR FATHER IS UNDINGS SON, „als würde man ein Vexierspiel betrachten, ein Rätsel lesen – das man allerdings, glücklicherweise, niemals eindeutig lösen kann, weil es dann, so wie alles, was zu bekannt ist, seinen Zauber verlieren würde.“ 

Die anagrammatischen Texte Holger B. Nidden-Griens, dem Alter ego Reinhold Engberdings, folgen ebenfalls dieser Strategie von Transformation und Rückkopplung zur Ausgangssituation. Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Reinhold Engberding mit der von ihm geschaffenen Kunstfigur zusammen

* Zeile aus „Nais Bruder“, Holger B. Nidden-Grien, 2006